Glücksspiel im Iran

“Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei, und meist von der unerwarteten Seite; man empfängt mehr oder weniger, als man hofft. Für Naturen wie die meine ist eine Reise unschätzbar: sie belebt, berichtigt, belehrt und bildet.” (Johann Wolfgang von Goethe)

 

auf dem Weg durchs wilde Kurdistan

Nordroute

 Sabalan, Nordseite: am Ausstieg aus der 500m langen Eisroute nah des Gipfels

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on the road again

 der erste Lichtstrahl am Morgen ruft mich

und so sitz ich wieder im Sattel

Richtung aufgehende Sonne, den Wind im Rücken

mit dabei ein ganzer Anhänger voll fernweh

 

 

 

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age ye rooz beri safar

 
 
 
 

(persisch: wenn du eines Tages auf Reisen gehst…; Liedtitel von Faramarz Aslani)

Als Erstes: mir geht es sehr gut, auch wenn ich mich eine ganze Weile nicht gemeldet habe. Das letzte Zeichen gab es von mir auf dieser Seite kurz vor Istanbul. Davor ging es für mich durch Bulgarien. Ich wählte wieder die kleinsten Straßen durch das Land und genoss dabei die Ruhe und Einsamkeit. Traurig war nur, dass die idyllisch gelegenen Bergdörfer auf meiner Route wie ausgestorben wirkten oder es teilweise sogar waren. Eine freudige Begegnung hatte ich mit Alain, einem Pilger aus Frankreich, der schon über 9000 km auf den Pilgerwegen in Europa zurückgelegt hat und noch den Mt. Kailash in Tibet zu Fuß erreichen möchte (www.alainlesvoyages.uniterre.com). Auf seiner Reise hat er kein Zelt dabei, nur einen Biwaksack und nutzt bei Gelegenheit feste Unterkünfte. Aber an dem Tag konnte ich ihm mit meinem Zelt Herberge leisten. Alain war froh, dass er Schutz in der Gewitternacht hatte und ich hab mich über tiefsinnige Gespräche über Gott und die Welt gefreut.

 Bild  Alain

 

Im Hostel selbst traf ich ständig interessante Leute, unter anderem Karin und Stefan. Sie waren aus der Schweiz mit den Rad angereist und haben es in Istanbul gegen größere Rucksäcke getauscht und sind nun als Backpacker in Asien unterwegs (www.kus.li). Gemeinsam haben wir ein historisches Hamam besucht und unsere Beine richtig durchkneten lassen. Daniel aus Crimmitschau kam ebenfalls mit seinem Rad paar Nächte in diesem Hostel unter. Sein Ziel ist genau wie meins Indien (www.boon123.de). Daniel hatte allerdings schon sein Iranvisum in der Tasche und konnte eher weiter reisen. Auch mit dem Personal vom Hostel hab ich mich bei Zeiten angefreundet. Bei vielen Dingen haben mir Elif und Jungs sehr geholfen. Istanbul ist jedenfalls eine Reise wert und wer es vorhat, die Stadt zu besuchen, dem kann ich das Sumocat-Hostel als Unterkunft empfehlen. Während der Wartezeit auf mein Visum, hab ich auch paar Tage im außerhalb der Großstadt, auf einer der vor Istanbul gelegenen fünf Prinzeninseln verbracht. Büjükada ist autofrei und besitzt mit den alten Holzvillen und den vielen Pferdekutschen ein ganz eigenes Bild. Natürlich hatte ich mein Rad und Zelt dabei. Eine Nacht stellte ich mein Zelt am höchsten Punkt der Insel auf. Von da hatte ich einen wunderbaren Blick auf Istanbul, das war besonders nachts beeindruckend. Von dem Personal eines kleinen Restaurants nebenan wurde ich gleich zum Essen eingeladen und als ich merkte, dass in der Küche Fußball im Fernseher lief, bauten sie gleich noch den Apparat im Freien für mich auf und wir schauten alle gemeinsam das Championsleaque-Finale an. Den nächsten Abend verbrachte ich im Hafen. Davor ruhte ich mich auf einer Bank direkt am Wasser aus und dämmerte dabei ein. Als ich aufwachte stand vor mir ein Fischer, der mir gleich ein Efes anbot. Er erzählte mir, dass es seine eigene Bank sei. Er hatte wirklich nicht viel, sein kleines Boot, die Bank, ein Sofa und einen kleinen Schauer, worin er schlief. Jeden Tag fängt er so viel Fisch, dass es zum Überleben reicht und muss dafür bei schlechtem Wetter in seiner kleinen Nussschale sogar sein Leben riskieren. Durch ihn hab ich an dem Abend auch seinen Freund Utku kennen gelernt. Utku war als Schüler ein Jahr in Deutschland und sprach ausgezeichnet deutsch und spielte noch viel besser die Spanische Gitarre. Er war gerade dabei sich ein kleines Boot zu bauen, mit dem er über 500 Seemeilen zu der Hafenstadt, wo seine Mutter lebt, segeln möchte. Ich hatte das Boot gesehen. Es war wirklich klein, höchstens 15 Fuß lang! (http://utatuka.blogspot.com/2011/07/adallara-sevgilerimle.html) Sein Traum ist es, einmal um die Welt zu segeln. Ich hab ihm die abenteuerliche Geschichte von Ernest Sheklton empfohlen, eines meiner Lieblingsbücher. Darauf hat er mir sein Zuhause gezeigt, was voller Bücher war. Ich hatte noch nie so viele Bücher in einer Wohnung gesehen.

Bild Büjükada, Imbiss, Boot,

Paar Tage später hatte ich dann endlich mein Iranvisum, allerdings nicht mehr genug Zeit, um mit dem Rad noch rechtzeitig nach Tehran zu meinem Bruder zu kommen. Er hatte seinen Urlaub und den Flug schon fest gebucht und mit ihm wollte ich gemeinsam paar Tage in Iran verbringen. So musste ich den Bus durch die restliche Türkei und bis nach Tehran nehmen. Erst war ich enttäuscht über die verlorene Chance, den für mich interessanten Ostteil der Türkei per Radtour zu erleben und außerdem graute mir vor der langen Fahrt unter eingeengten Platzverhältnissen ohne große Bewegung über 2 Tage. Ich hatte so etwas schon mal bei der Anreise zum Vasalauf letztes Jahr erlebt und konnte mich noch gut daran erinnern. Die Busfahrt war am Ende anstrengender als der Skimarathon selbst. Bei der Fahrt nach Tehran kam es aber ganz anders. Das anstrengende war nur die Fahrt zum Busbahnhof. Mein Fahrrad und mein Gepäck fanden keinen Platz mehr im Shuttlebus dahin und so musste ich diesen mit teilweise über 40 Sachen durch Istanbul verfolgen. Die letzte Hürde war dann nur noch, den Fahrer des Reisebusses davon zu überzeugen, mein Rad zu verladen. Im Bus fand ich überraschender Weise reichlich Platz und als das Radio aufspielte musste ich gleich schmunzeln, die Musik klang nach DJ Ötzi auf Persisch und es dauerte nicht lange und die ersten tanzten auf der Fahrt im Gang und der Rest klatschte zur Musik. Ich musste teilweise so lachen, dass mir der Bauch weh tat und meine beiden Nachbarn Berouz und Sadeg genauso über meine ersten Farsi Sprachversuche. Dazu kam noch der abwechslungsreiche Ausblick auf die türkische Berglandschaft einschließlich Ararat und so verging die Fahrt für mich recht schnell.

Bild Ararat, Berouz

In Tehran angekommen hab ich mich auf das Wiedersehen mit meinem Bruder Christoph gefreut. Gleich am nächsten Tag machten wir uns Richtung Damavand auf. Das ist ein riesiger Vulkankegel. Er ist mit 5671 m nicht nur Irans höchste Erhebung, sondern auch allgemein der Berg mit der größten Höhendifferenz zwischen Bergfuß und Gipfel, ca. 4500 m! Gemeinsam wollten wir diesen Riesen aufs Haupt steigen und starteten dazu von der Straße zwischen den Bergdörfern Polur und Reyneh zu Fuß. Dabei hatten wir auch Zelt und Verpflegung. Am ersten Tag ging es durch grüne Wiesen voller Mohnblühten auf bis zu einer Moschee. Nach dem wir noch bis auf Höhe 3450 m aufgestiegen waren, kehrten wir auf unsere Schlafhöhe von 3000 m zurück und starteten von da am nächsten Tag zum Hochlager auf ca. 4200 m. Schon auf dem Weg dahin merkten wir die dünne Luft, mussten aber zur besseren Akklimatisation noch weiter aufsteigen, bevor es wieder auf Lagerhöhe zurückging. Trotz vorsichtiger Aufstiegsgeschwindigkeit, sind wir beide im Hochlager höhenkrank geworden und erlebten eine schlechte Nacht da oben und konnten nicht wie erhofft am nächsten Tag erholt früh morgens zum Gipfel aufbrechen. Gemeinsam beschlossen wir stattdessen abzusteigen, um uns auf Höhe der Moschee zu erholen. Das Umkehren viel schwer, zumal uns der Gipfel bei schönstem Wetter anlächelte. Aber er wird sicher nicht wegrennen ;)

Bild Damavand

Nach der Tour fuhren wir zusammen mit Berooz , Sadeg und Morteza nach Esfahan, einer großen historischen Stadt. Dabei erlebten wir nicht nur die Sehenswürdigkeiten sondern das für uns noch viel interessantere Leben der Iraner. Wir wohnten die Tage in einer kleinen aber gemütlichen Behausung in Najafabad, einem Vorort von Esfahan. Früher war es das Zuhause von Mortezas Eltern und nun ist es die Wohnung von Mohsen, Mortezas Sohn, der in Esfahan studiert. Da unsere „Reiseführer” dienstlich in der Gegend zu tun hatten, sie verkaufen Nadeln für Rundstrickmaschinen, lernten wir so gleich ein paar Textilbuden kennen. Die Wirtschaft funktioniert hier ganz anders als bei uns auf einem ganz einfachen Niveau, aber leider auch mit Kinderarbeit. Es war traurig zu sehen, dass sehr junge Burschen aus Afghanistan Unterhemden nähen mussten und nicht zur Schule gehen konnten und damit ihre Zukunft verbaut war. Aber scheinbar ist das noch das leichtere Los als das in ihrer Heimat. Lustig war dagegen, dass hier immer noch einige Textima-Strickmaschinen aus Karl-Marx-Stadt im Einsatz sind. Nach dem Ausflug ist Christoph wieder zurück in die Heimat zu seinem zwei Mädels geflogen.

Bild Esfahan, Textilbude

Durch Berooz lernte ich Rasol kennen. Er ist eine Klettergröße in Iran und war in seiner Wettkampfzeit auch auf Glowazs und Albert gestoßen. Nun hat er seine eigene Firma gegründet und fertigt Kletter- und Bergschuhe (www.lavanshoes.com). Er nahm mich mit zum Training in die Kletterhalle und da konnte ich auch seine Schuhe probieren. Sie machen wirklich einen sehr guten Eindruck, aber noch mehr beeindruckt haben mich Rasols Kletterfähigkeiten. Durch ihn hab ich wiederrum Abbas kennengelernt. Er war schon am Broad Peak, Spantik, Baruntse, Dhaulagiri. Abbas hat mich auch zum Bergsteigen zum Alam Kuh mitgenommen, dem zweithöchsten Berg im Iran, und ist so freundlich und lässt mich in seiner Wohnung wohnen. Zurzeit ist er wieder im Karakorum am Gasherbrum I und II unterwegs.

Bild Rasol, Abbas

 Nicht nur Abbas, allgemein alle Iraner die ich bis jetzt kennengelernt habe sind besonders freundlich. Sie schwärmen prinzipiell alle über Deutschland und die Eigenschaften der Deutschen. Die wenigsten waren selbst schon mal im westeuropäischen Ausland, aber fast alle würden gern dort leben. Wobei ich bei den Iranern in den vergangenen fünf Wochen auch edle Eigenschaften erfahren konnte. Zum Beispiel bei der Busfahrt nach Tehran oder in den Berghütten hatte ich erlebt, dass mitgebrachten Speisen immer geteilt werden, besonders mit Fremden. Die Gemeinschaft und das Wohl des Gegenübers haben hier einen hohen Stellenwert. Auch sonst wirken sie viel kontaktfreudiger als die Menschen bei uns zu Hause und darum fühl ich mich in dem Land auch so wohl. Aber die Iraner müssen unter einer Regierung leben, die sie in ihren Freiheiten einschränkt. Und das wird der Hauptgrund dafür sein, dass viele junge Leute das Land verlassen wollen.

Bild Alam Kuh, Gipfel, Wolken

Da es für mich im Augenblick nicht möglich ist, ein Visum für eine Reise auf dem Landweg durch Pakistan zu bekommen, muss ich per Flugzeug das Land überspringen und werde Anfang August nach Delhi fliegen. Dort treff ich meinen Freund Matthias. Gemeinsam wollen wir dann die hohen Pässe von Ladakh und Zanskar unter die Räder nehmen. Darauf bin ich schon gespannt. Bis dahin werde ich die Zeit aber noch hier im Iran mit Bergtouren verbringen. Gestern Abend hab ich den Nachtbus nach Meshkin Shar genommen und möchte morgen mit Babak den Sabalan besteigen. Davor geht es aber heute Abend noch zum Entspannen zu den heissen Quellen :)

dann bis nachortz und khoda hafez

Estephan

 

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Schussfahrt nach San Kirklareli

Heute 11 Uhr (lokaler Zeıt) hab ich das politische Europa verlassen. Bin früh in Bulgarien gestartet und habe auf eine Marathonetappe gehofft. Bis Kilometer 50 lag ich noch gut im Plan. Bei der Abfahrt von der Grenze gab es sogar einen neuen Rekord. Seit der Abfahrt vom Keilberg standen noch die 70 Sachen im Max-Speicher des Tachos, nun sind es verrückte 82 km/h! Ab Kirklareli musste ich aber eine andere Richtung einschlagen und damit hatte ich den Wind in sturmstaerke genau frontal. Bin aber wenigstens noch bis Saray gekommen und wenn nichts dazwischen kommt, bin ich dann morgen am Bosphorus und melde mich bei Gelegenheit ausführlicher. Also dann- bis nachortz…

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Karpaten-Gipfelsturm ohne Rad (*)

Es ist manchmal verrückt. Wie schon kurz erwähnt, bin ich zur Zeit nicht allein unterwegs. Aber Eins nach dem Anderen. Zurerst hatte ich noch in Tschechien und der Slowakei jedes mögliche kleine Mittelgebirge, was sich anbot, bei schönstem Wetter unter die Räder genommen. Mein Favorit war dabei die Mala Fatra, die ich unbedingt auch nochmal im Winter mit den Tourenbrettern erleben möchte. Ein wenig einsamer aber sehr gemütlicher Platz. Jeden Abend hab ich ein idyllisches Plätzel für mein Zelt gefunden und konnte beim Abendessen der Sonne beim untergehen zuschauen. Morgens weckten mich blögende Schafe und der Hunger trieb mich schnellstmöglich in den nächsten kleinen Potraviny. Gefüllter Einback und frischer, gekühlter Kefir auf der Bank vor dem Geschäft gaben mir jeden Morgen neue Kraft für die meist 4 Pässe täglich, nur unterbrochen von einer kleinen Tatrankipause bis ich dann kurz vor Sonnenuntergang nach dem nächsten günstigen Platz für das Nachtlager Ausschau gehalten habe. Nach der Mala Fatra kamen die auch sehr schöne Velka Fatra und die Nietzkie Tatra. Mit Blick auf die schneebedeckten Berge Chopok und Dumbier ging es dann mit ordentlich Höhenmeter in den Beinen ins flachere Ungarn. Da gab es nochmal zu Beginn die beiden seichteren Gebirge Matra und das Bükkgebiet. In Eger, der ersten größeren Stadt in Ungarn, konnte ich kurz vor Ladenschluss meine Vorräte auffüllen und endteckte bei der Fahrt aus der Stadt ein Hinweisschild für einen Campingplatz. Mich wieder auf eine Dusche freuend bog ich ein und baute schnell noch mein Zelt auf. Dabei kam Alex vorbei und erklärte mir bei auf meine Frage “Do you speak English?” dass wir auch deutsch miteinander sprechen könnten. Ich fand es total verrückt, als er mir auch noch erzählte, dass er mit seiner Freundin Bettina auf 2jähriger Radtour um die Welt ist. Wir beschlossen gemeinsam weiter zu fahren, da wir eh in die gleiche Richtung wollten. Nach der Verkostung der regionalen Weine beim Dorfest ging es am nächsten Morgen im belgischen Kreisel durch die spiegelflache Puszta mit fast kurvenfreien Straßen bis zum Horizont. So standen wir recht flux vor der rumänischen Grenze und mit dem Moment tat sich ein völlig anderes Bild auf: die Straßen, die Dörfer, die Verkehrsmittel und die Leute. Sie waren in den bisherigen Ländern meist freundlich, aber in Rumänien sind sie es besonders. Mit unseren vollgepackten Rädern sind wir für die Einheimischen sicher ein außergewöhnliches Ereignis, wenn wir damit durch ihre einfachen Dörfer über oft unasphaltierte Straßen rollen. Die Leute, ob jung oder alt, winken und rufen uns mit Begeisterung zu. Dabei haben wir durch die Westkarpaten herrlich ruhige kleine Wege gefunden und mit der Zeit machten sogar mit dem schweren Packesel die Schotterabfahrten richtig Spaß. Unser Rumänienhighlight sollte die Befahrung der Transfagarascher Hochstraße und damit die Überquerung des alpinen Făgăraș-Gebirge sein. Die höchstgelegene Nationalstraße Rumäniens führt über 2042 Meter und wurde im Auftrag des kommunistischen Diktators und Staatspräsidenten Nicolae Ceaușescu gebaut. Nach den heißen letzten Wochen ist uns nicht in den Sinn gekommen, dass durch 1,5 Meter Neuschnee die Straße in den Bergen unbefahrbar sein könnte. In letzter Sekunde warnte uns ein regionaler Bergführer in Sibiu/Hermannstadt. Die Südkarparten (die Alpen Osteuropas) unverrichteter Dinge zu verlassen, kam für uns nicht in Frage. Beim gemeinsamen Bier in einem urigen rumänischen Pub planten wir mit dem Bergführer eine gemeinsame Tour. T-Shirt und kurze Hose (25 Grad in Sibiu) wurden gegen wetterfeste Winterklamotten plus Steigeisen und Eispickel eingetauscht und los ging es. Die Berge erwarteten uns mit 0 Grad und eisigen Winden. Ziel war die Besteigung des Ezerul Carprei in 2417 Meter Höhe, in der Nähe des Moldoveanu, dem mit 2544 Meter höchsten rumänischen Gipfel. Eine tief verschneite Bergregion und Steigungswinkel bis 50 Grad waren genau die richtige Herausforderung, um das verloren gegangene Raderlebnis zu kompensieren. Im dichten Nebel erreichten wir den Gipfel. Für mich war es schon mal eine kleine Einstimmung für meine geplanten Bergabenteuer, und natürlich auch für Bettina und Alex ein  tolles Erlebnis, perfekt organisiert durch unseren empfehlenswerten Bergführer Julian (www.mountainguide-sibiu.ro). Gerade eben sitze ich in einem total gemütlichen Hostel in Sibiu. Wo wir schon die letzte Nacht verbrachten und somit auch die sehr schöne Stadt näher anschauen und das Nachtleben in ausgiebig erleben konnten. Morgen geht es in einem Bogen um die Südkarpaten weiter Richtung Süden.

Zu meinem bisherigen Reiseabschnitt kann ich nur zusammenfassend sagen daß ich mich selten so glücklich gefühlt habe, wie ich es gerade bin. Ich freu mich richtig sehr, daß ich Bettina und Alex getroffen habe. Wir haben viel gemeinsam gelacht und die beiden haben richtig Kultur in meinen Speiseplan gebracht. Seit dem Treffen gibt es das Essen mit sämtlichen Gewürzen, Zwiebeln, frisches Gemüse, Leckerlis, gemütliche Mittagspausen und morgendliche Nachrichten mit den aktuellen Fussballergebnissen über Deutsche Welle, “in Deutschland ist es 9 Uhr,…” Mit Alex hab ich endlich mal jemanden mit gleicher Begeisterung für Countrymusik getroffen, außerdem hat er damals auch keine Auf Achse -Folge verpaßt und Martina hat sogar einige Jahre in Chemnitz gewohnt und mit Heike und Jochen haben wir sogar gleiche Bekannte. Viele Grüße von ihr an Euch beide. Sie kennt Euch vom Orientierungslauf. Kann denn das alles Zufall sein?

So weit viele Grüße aus Sibiu, wo ich gern noch etwas länger bleiben würde! – Salute

*PS: um Plagiatsvowürfen zu entgehen, weise ich darauf hin, daß Teile dieser Meldung folgender Quelle entstammen [www.fernziele.info] und bis ich meine Bilder mal eingebastelt bekomme könnt Ihr schonmal unter http://www.fernziele.info/fotos/rumaenien-teil-1.html schöne Fotos der letzten Tage anschauen

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nur kurz…

nur kurze Meldung von mir: ich bin gerade mitten in Rumänien unterwegs. Slovakai und Ungarn liegen hinter mir. In Eger (Ungarn) ab ich Bettina und Alex (www.fernziele.info) getroffen. Wir sind ein Stück gemeinsam unterwegs. Auf der super Seite von den symphatischen Beiden gibt es auch paar aktuelle Infos und Bilder. Später ausführlicher…

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Vun drinne noh drusse

p1010299 Von draussen (neudeutsch outdoor) mein erster Artikel…Letzten Sonntag ging es nach der Einkehr im Waldeck zu meinem Freund Mike in O-thal. In seiner Kúche hat mein Rad  noch den letzten Feinschliff erhalten und auch ich wurde bestens von ihm versorgt. Montag frúh dann Start, nochmal zum Fichtelberg rauf und mit 70 Sachen auf der anderen Seite des Erzgebirgskamms wieder runter. Dabei musste ich mich erstmal an das Fahrgefúhl des Frachters gewoehnen. Bei jedem abrupten Schwenk lenkte Vorder- und Hinterrad unabhaengig voneinander und eigenartigerweise auch unabhaengig von der Lenkerposition. Kam mir vor, als wúrde ich auf einem Schwamm und nicht auf einem Stahlrahmen sitzen. Ist aber auch nur eine Sache der Gewoehnung und mittlerweile leite ich jeden Richtungswechsel ganz gefúhlvoll ein. Nach der Abfahrt ging es entlang der Eger bis zum Alauenstausee. Dort bin ich voellig kaputt vom Rad gestiegen und gleich daneben eingeschlafen. Am naechsten Morgen ging es mir nicht besser, eher schlechter. Ich war lange nicht mehr krank, aber wahrscheinlich waren die gleichzeitigen Impfungen, der Schlafmangel und die Aufregung der letzten Woche doch etwas zu viel fúr mein Immungsystem. Auf jeden Fall hat mich eine fiebrige Erkaeltung erstmal 3 Tage an die Isomatte gefesselt. Das Wetter war eh nicht sonderlich und so hab ich erstmal ne Menge Schlaf genommen. Dann ging es endlich weiter. Zufaellig stand ich dann Donnerstag Abend in Sichtweite zum Berg Rip. Hatte schon mal gelesen, dass vor einiger Zeit der alte Erzvater Czech vom Berg aus in das Land schaute, in dem Milch und Honig floss und darauf sein Volk in dieser Gegend ansiedelte.
p1010327

Da wollte ich schon immer mal rauf und als ich oben stand hoerte es mit regnen auf und der Tag verabschiedete sich mit einem herrlichen Sonnenuntergang. Mein Zelt hab ich dann gleich hinter der Kapelle im ’Korkenzieherwald¨ aufgestellt. Weiter ging die Fahrt Richtung Nymburk, von da entlang der Elbe. In Knuta Hora hab ich gestern einen kleinen Zeltplatz gefunden. Frisch geduscht hab ich mich dann auch wieder in eine Kneipe getraut und dort Christiane und Alfons aus Belgien kennen gelernt. Die Beiden sind wie ich čz-Fans und touren mit dem Caravan durchs Land-laessig! Zu spaeteren Stunde haben mir dann die Einheimischen die tschechische Fassung vom Lied Rosamunde beigebracht. Aber leider kann ich mich nicht mehr an jede Textzeile erinnern… Ich freu mich schon auf die naechsten Kilometer, endlich wieder bei Sonnenschein :-) ) Ahoi!

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Abschied auf dem Fichtelberg

fichtelberg

Es hat mich richtig sehr gefreut, dass so viele Freunde zur Verabschiedung mit zum Fichtelberg gekommen sind. War aber auch ein mulmiges Gefúhl beim Gadanke, dass ich Euch fúr eine Weile nicht sehe. Danke fúr die guten Wúnsche. Auch úber die vielen Gaestebucheintraege habe ich mich gefreut. Schoen zu wissen, dass Ihr in der Heimat mitfiebert!

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Bald geht’s los …

Bei meiner Berufswahl hab ich mich dann doch nicht mehr an Franz Meersdonk und Günther Villas orientiert. Aber ganz ohne Einfluss scheinen die Beiden doch nicht für mich geblieben zu sein. Zumindest kann ich mich noch gut an meine Begeisterung erinnern, mit der ich als Stift wöchentlich ihre Abenteuer in aller Herren Länder verfolgt habe. Das mit dem eigenen 40-Tonner hat nun nicht geklappt, aber mit den fernen Länder will ich es nochmal versuchen. In nächster Zeit bin also Auf Achse, zwar nicht mit 320 PS, dafür aber ohne Terminfracht. Für alle Verwandte, Freunde, Bekannte und wer sich sonst noch dafür interessiert werde ich hier in unregelmäßigen Abständen von meiner Tour berichten. Los geht es am 10.04. Davor will ich mich noch bei allen bedanken, die mir bei den Vorbereitungen geholfen haben, ganz besonders bei meinen Ellis, bei Klausi Mausi, Tony, Anja u. René, Heidi u. Silvio, Doris u. Stefan, Olaf, Ela u. Tobi, Racingralf, Teuchi und vorab schon bei Mike für meine erste Unterkunft.

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